Giraffen sind ausgesprochen friedfertige Tiere. Sie ernähren sich von
Blättern, Knospen, Trieben und Gräsern. Aufgrund ihrer enormen Größe
sind die Tiere in der Lage ihre Nahrung direkt aus den Baumkronen zu
fressen. Zu den Lieblingsspeisen der Giraffen gehört hierbei die
Schirmakazie, die in vielen Teilen Afrikas wächst.
Erstaunlicherweise sind Giraffen, trotz des ungewöhnlichen Halses,
Wiederkäuer. Dabei wird der im Netzmagen vorverdaute Speisebrei mit
Hilfe der muskulösen Speiseröhre in das Maul zurückbefördert. Zum
Trinken oder zum Fressen von Gräsern oder Kräutern spreizt die Giraffe
ihre Vorderbeine weit auseinander, um mit dem Kopf überhaupt den
Erdboden zu erreichen. Direkte Feinde haben Giraffen nicht. Mit ihren
Hufen könnten sie jedes sich nähernde Raubtier zerschmettern. Im Gehen
sind die Tiere Paßgänger, das heißt sie heben Vorder- und Hinterbein der
gleichen Körperseite gleichzeit an. Beim Laufen dagegen bewegen Giraffen
Vorder- und Hinterbeine jeweils aufeinanderfolgend.
Giraffen sind die größten Säugetiere unserer Welt. Der extrem lange Hals
hat trotz einer Länge von bis zu 2,50 m nur 7 Halswirbel wie bei den
meisten Säugetieren. Mindestens ebenso erstaunlich wie der Hals, aber
nur schlecht sichtbar, ist die Zunge. Sie ist von blauer Farbe, extrem
beweglich und kann einen halben Meter lang sein! Auch das Herz der Tiere
leistet extrem viel: Mit einem Gewicht von etwa 12 kg und circa 8 cm
dicken Wänden pumpt dieses Organ rund 60 Liter Blut pro Minute durch den
Körper. Der Blutdruck von Giraffen ist dabei 3 mal so hoch, wie bei
einem Menschen.
Die vermeintlich stummen Tiere sind durchaus in der Lage, sich über
weite Strecken zu verständigen. Die extrem tiefen Töne liegen im
Infraschallbereich, also weniger als 20 Hz, und damit für Menschen nicht
hörbar. Der Lebensraum der Tiere wird heutzutage durch die Jagd und die
Landwirtschaft leider ständig kleiner. |